VII. Bergzerreißungen
Bergzerreißungen (s. a. S. 122) haben im Kartiergebiet bei der Ausgestaltung der Seitenkämme mitgewirkt:
- Die auffallenden, zum Haupttal hin einfallenden Flächen an den Flanken der Nebentäler, die bei oberflächlicher Betrachtung oft fälschlich als "Schieferung" angesprochen werden, sind Resultate von Bergzerreißungen.
- An der "Zackung" der Nebengrate sind, ebenso wie an den stufenartigen Senkungen des Grates vom Hirbernock (3010 m) zur Schönbergscharte (2390 m), ebenfalls maßgeblich auch gravitative Prozesse beteiligt.
- Eine große Bergzerreißung (s. Abb. 98) führt am Grat vom Höhenpunkt 2959 zur Hochfeldscharte (2215 m) ansatzweise zur Ausbildung eines Doppelgrates. In der breiten Hauptspalte ziehen kleinere Spalten noch einige Meter in die Tiefe.

Abb. 98:
Bergzerreißung am Grat vom Höhenpunkt 2959 zur Hochfeldscharte.- Im Bereich der Schieferhülle und Matreier Zone treten Bergzerreißungsphänomene in kleinerem Maßstab auf (s. Abb. 99 u. 100). Vornehmlich an Graten und Nebengraten öffnen sich, parallel zu Kluftrichtungen, Spalten. Trotz der unterstützend-aufweitenden Wirkung des Spaltenfrostes, kommt es zu keiner Ausbildung von Doppelgraten. Die Flanken der Grate fallen dafür zu steil ins Tal ab.

Abb. 99:
Spalte als Kleinphänomen der Bergzerreißung am Grat vom Schönberg zur Schönbergspitze.
Abb. 100:
Bergzerreißung im Südosthang des Hochfeld