II. Matreier Zone
Die Abgrenzung der Matreier Zone von Oberer Schieferhülle und Altkristallin ist aufgrund ihrer Verschuppungen problematisch und abhängig von der Bedeutung die ihr zugemessen wird. Moderne plattentektonische Vorstellungen (FRISCH 1980, 1987) scheinen eine Betrachtung als eigene tektonische Einheit der Schieferhülle zu rechtfertigen.
Die Matreier Zone streicht wie die Obere Schieferhülle ENE-WSW. Ihre Mächtigkeit beträgt im Arbeitsgebiet etwa 1000 m.
Als Anzeiger für den Beginn der Matreier Zone wurden an ihrer Grenze zur Oberen Schieferhülle in vorliegender Arbeit Quarzite und Quarzphyllite bis Quarzschiefer gewertet. Diese leiten den für die Matreier Zone - abgesehen von den größeren Serpentinitvorkommen - typischen kleinräumigen Wechsel der lithologischen Einheiten ein. Im Arbeitsgebiet fallen mit dem Streichen der Grenze Obere Schieferhülle/Matreier Zone außerdem typische V-förmige Rinnen an den östlichen Talseiten des Großklausen- und Bärentals zusammen. Am Schönberggrat markiert ein meterdicker Quarzgang den Beginn der Matreier Zone.
Ihre südliche Begrenzung wird morphologisch in etwa durch die niedrigen Übergänge in den hinteren Talhälften der Nebentäler markiert (s. S. 157). Lithologisch wurde das südlichste Auftreten des typischen plattigen Quarzits (Silberquarzit) (s. S. 58), der im Gelände auffällige Härtlingsformen bildet, als letzte Einheit der Matreier Zone gewertet. Die südlich und südöstlich der Hochfeldscharte nördlich des Quarzits anstehenden Gneise und Glimmerschiefer wurden damit als Schuppen des Altkristallins in der Matreier Zone aufgefaßt. Ähnlich nimmt dies KLEBELSBERG (1935) z.B. für die Ortho- und Paragneislagen an der Südseite des Virgentales an.
Innerhalb des Arbeitsgebietes ist eine Dreigliederung der Matreier Zone feststellbar:
- Zone I ist geprägt von der mächtigen Grünschieferfolge mit Marmoren, Quarziten und Phylliten sowie den eingeschuppten Elementen der Oberen Schieferhülle.
- Zone II wird durch das mächtige Serpentinitvorkommen und die von ihm umrahmten und mit ihm in genetischem Zusammenhang stehenden Gesteine gebildet (Serpentinitkomplex).
- Zone III umfaßt den Bereich südlich des Serpentinitkomplexes, in dem von Zone I abweichende Marmore und Quarzite erscheinen. Übergänge der Gesteine sowie Einschuppungen des Altkristallins leiten zur Cima-Dura-Serie über.