H. Wirtschafliche Nutzung
Die Grünschiefer der Schieferhülle waren wegen ihres Kupfergehaltes für das Ahrntal früher von großer Bedeutung. Ihre Nutzung setzte wahrscheinlich bereits in der Bronzezeit ein. Der erste urkundliche Beleg für ein Bergwerk in Prettau datiert in 1479.
Die Erzlager sind in den Grünschiefern in Form von bis zu 6 m mächtigen Bändern bzw. konkaven Linsen eingeschaltet. Ihr Kupfergehalt beträgt im Durchschnitt 2,25 %, dazu kommen geringe Eisen- und Silberkonzentrationen.
KLEBELSBERG (1935) beschreibt das Erz als "Lagen von Kupferkies (mit Malachit, Azurit, Allophan, Chrysokoll, Chalkanthit, Tirolit, d.i. Kupferschaum, Pyrit, Arsenopyrit, Pittizit, Magnetit, Magnetkies, Melanterit, Ilmenit, Hämatit)". Neben unbedeutenden Vorkommen im Klein- und Großklausengraben südöstlich Steinhaus, also auch im Arbeitsgebiet, verweist er vor allem auf das wichtigste Vorkommen bei Prettau.
Schon im Jahre 1893 stellte das Prettauer Bergwerk seinen Betrieb ein. Abgesehen von einer vorübergehenden Wiederinbetriebnahme 1959 bis 1971, ist es seither geschlossen. Im St. Ignaz-Stollen wird jedoch bis heute aus den kupferhaltigen Stollenabwässern über die elektrolytische Umsetzung von Eisen sogenanntes "Zementkupfer" gewonnen. Der bei der Umsetzung entstehende Schlamm besitzt einen Kupfergehalt bis zu 70 %. Im gleichen Stollen läuft ein Versuch der Universität Cagliari zur "biohydrometallurgischen" Förderung des Kupfers mittels Thiobacillus ferrooxidans, welcher eine Lösung des Kupferkieses und der anderen Kupferminerale begünstigt und die Kupferkonzentrationen der Grubenabwässer somit erhöht. Unter Umständen erlaubt diese Methode eine "Förderung" von "Roherzen" mit Kupfergehalten bis unter 0,25 %, deren Abbau normalerweise außerhalb jeglicher Rentabilität liegt.
Im Rahmen eines neu angelegten Lehrpfades "Bergwerk Prettau" werden zur Zeit einzelne Stollen für eine touristische Begehung eingerichtet.
Heute besitzen die Grünschiefer der Schieferhülle weniger wegen des Erzgehaltes und dessen möglicher Ausbeutung sondern eher wegen ihres besonderen Wärmespeicherungsvermögens eine gewisse Bedeutung. Sie eignen sich hervorragend zur Herstellung von "Ofensteinen" und werden im Arbeitsgebiet als willkommene Nebenerwerbsmöglichkeit privat gebrochen und zu fertigen "Ofensteinen" - zu Mauersteinen und Ofenkacheln - verarbeitet. Durch ihre weite Verwendung sind die Grünschiefer gemeinhin im ganzen Ahrntal als "Ofensteine" bekannt.
Nennenswerte Abbauorte im Arbeitsgebiet befinden sich
- im untersten Teil der Mündungsschlucht des Pürschbachs;
- in und neben der Rinne, die vom Schönberg in nordnordwestlicher Richtung zur Ahrn führt und circa 200 m östlich der Brücke beim Gasthof GARBER (1138 m) in diese mündet;
- im "Steinschlag", der die natürliche Anbruchsnische 300 m westlich der Mündungsschlucht des Bärenbachs nutzt;
- circa 150 m westlich des Pürschbachs auf ungefähr 1400 m, unterhalb des Wanderwegs. Verwachsene Fahrwege zeugen von einem früheren Abbau in etwas größerem Maße. Heute erfolgt hier keine Nutzung mehr.
Am Großklausen-, Bären- und Pürschbach wird die Wasserkraft zur Energieversorgung genutzt. Im Pürschbach zweigen oberhalb, bei den beiden anderen Bächen zweigen innerhalb der Mündungssteilstrecken Fallrohre ab und leiten das Wasser zu kleinen Turbinenhäuschen. Die umfangreichsten wasserbaulichen Maßnahmen wurden zu diesem Zweck im Pürschtal vorgenommen.
Kleinste Turbinen versorgen auch die Almen mit Strom.